Hier finden Sie die wichtigsten DWA-konformen Systeme mit kurzem Überblick.
3.1 Flächenversickerung
Weitere Bezeichnungen: Flächenversickerung, natürliche Versickerung oder bewachsene Bodenzone
Die naturnächste Form der Versickerung. Das Regenwasser versickert direkt über eine begrünte Fläche.
Die DWA beschreibt sie als:
„Der natürlichen Versickerung am nächsten.“
Vorteile:
- beste Reinigungswirkung
- ökologisch wertvoll
- kostengünstig
- ideal für Gärten & Rasenflächen
3.2 Muldenversickerung (Versickerungsmulde)
Weitere Bezeichnungen: Regenwassermulde, Versickerungsmulde oder DWA-konforme Muldenversickerung
Eine bepflanzte Senke sammelt Regenwasser und lässt es kontrolliert versickern.
Technische Vorteile:
- hohe Stoffrückhaltung über die Bodenzone
- sehr leistungsfähig
- gute Integration in Gärten
3.3 Rigolenversickerung (unterirdisch)
Weitere Bezeichnungen: Rigole, Rigolenkörper, Tunnelrigole oder Regenwasserrigole
Unterirdische Speicher aus Kies oder Kunststoff, die Wasser aufnehmen und in den Boden abgeben.
Geeignet für:
- kleine Grundstücke
- Einfahrten
- Terrassen
- Bereiche ohne Platz für Mulden
Vorteile:
- unsichtbar
- hohe Speicherkapazität
3.4 Mulden-Rigolen-Kombination
Weitere Bezeichnungen: Mulden-Rigolen-System oder Kombiversickerung
Die leistungsstärkste Lösung für viele Grundstücke.
Die DWA beschreibt:
„Auch bei geringen Durchlässigkeitsbeiwerten oder geringem Platzangebot einsetzbar.“
Aufbau:
- oben: Mulde
- unten: Rigole als großer Speicher
Vorteile:
- doppelte Reinigungsleistung
- hohe Speicherkapazität
- sehr platzsparend
- optimal für Neubaugebiete
3.5 Versickerungsschächte (Sickerschächte)
Weitere Bezeichnungen: Versickerungsschacht Typ A / Typ B oder Sickerschacht
Vertikale Schächte zum Ableiten des Wassers in tiefere Bodenschichten.
Ein Versickerungsschacht ist ein unterirdischer Speicher, in dem Regenwasser gesammelt und langsam in den Boden geleitet wird. So wird das Kanalsystem entlastet und Grundwasser gebildet.
Damit Schadstoffe aus dem Regenwasser nicht ins Grundwasser gelangen, wird das Wasser vor dem Schacht in einer Reinigungsanlage behandelt. Es gibt zwei Haupttypen:
- Typ A: Das Wasser versickert seitlich durch Öffnungen in den Schachtringen in den Boden. Die Reinigung findet ausschließlich in der vorgeschalteten Behandlungsanlage statt.
- Typ B: Am Schachtboden liegt eine spezielle Sandschicht, durch die das Wasser nach unten durchsickert. Diese Filterschicht sorgt zusätzlich für Reinigung, somit hat Typ B eine höhere Reinigungswirkung.
Versickerungsschächte dürfen schützende Bodenschichten über dem Grundwasser nur in begründeten Ausnahmefällen und in Abstimmung mit der Wasserbehörde durchdringen.
Wann ist der Einsatz von Versickerungsschächten sinnvoll?
- wenn oberer Boden wenig durchlässig
- wenn wenig Fläche vorhanden
- wenn punktuelle Versickerung erforderlich