Ja, hier die Fakten:
1. Gibt es eine höhere Keimbelastung?
Nein, bakteriologische Untersuchungen ergaben folgendes Ergebnis:
- die Wäschestücke weisen nach dem Waschen keine höhere Keimzahl auf, als die mit Trinkwasser gewaschene Wäsche,
- die Qualität der Waschergebnisse wird bei gleicher Waschmittelmenge verbessert, d.h. für ein gleich gutes Ergebnis mit Regenwasser ist weniger Waschmittel erforderlich,
- mögliche Krankheitserreger gelangen meist von der Schmutzwäsche selbst und nicht vom Regenwasser in die Waschmaschine.
2. Gibt es einen Nachweis von Infektionskeimen?
Nein, ein Infektionsherd für Krankheitserreger aller Art könnte Vogelkot sein. Die Keime könnten dann mit dem nächsten Regen in die Zisterne gespült werden. Um diese naheliegende Vermutung zu untersuchen, haben Wissenschaftler künstlich hochkonzentrierte Keimlösungen hergestellt und dem Regenwasser in den Versuchszisternen zugesetzt. Dabei wurden Konzentrationen erreicht, wie sie in der Praxis nicht auftreten.
Das Ergebnis war eindeutig:
Nach kürzester Zeit, war die Keimbelastung weit unter dem Richtwert der EG-Badegewässerverordnung. Wie von den Wissenschaftlern vermutet, führt das ganzjährig nur 6 bis 12° C kalte Zisternenwasser mit dem geringen Nährstoffangebot zum schnellen Absterben der Keime. Um zu überleben und um sich vermehren zu können, benötigen Erreger jedoch Wärme und ein ausreichendes Nährstoffangebot. Durch standardmäßige, lichtdichte Abdeckungen wird zusätzlich die Algenbildung verhindert.
3. Ist eine Desinfektion erforderlich?
Nein, eine chemische oder physikalische Nachbehandlung zu Desinfektionszwecken ist nicht erforderlich und sollte aus folgenden Gründen unterbleiben:
- eine Desinfektion ergibt noch lange kein Trinkwasser,
- Regenwasser benötigt für seinen Verwendungszweck keine Trinkwasserqualität,
- ökologisch wenig sinnvoll,
- und für Allergiker ist Regenwasser oft besser verträglich, da Chlor und allergieauslösende Stoffe fehlen
4. Warum soll Regenwasser weicher als Trinkwasser sein?
Im Dachablaufwasser ist der Gehalt gelöster Stoffe deutlich niedriger als in Trinkwasser. Hartes Wasser ist gerade durch den hohen Anteil an gelösten Mineralien (Kalzium- und Magnesiumcarbonate) sehr kalkreich. Regenwasser enthält jedoch wesentlich weniger gelöste Stoffe und ist deshalb "weicher" als Trinkwasser. Dadurch lässt sich der Waschmittelverbrauch oft um die Hälfte reduzieren und die Lebensdauer Ihrer Waschmaschine aufgrund verminderter Verkalkungsprozesse verlängern.