Verarbeitung
Bei stark saugenden Untergründen vornässen!!
Auf den vorbereiteten Untergrund werden zwei Schichten Tadelakt feucht in feucht
mit der Kelle aufgezogen.
Beide Schichten müssen zwischen den Arbeitsgängen anziehen.
Die erste Schicht wird grob aufgetragen und sollte nicht zu glatt sein, damit sich die zweite Schicht mit der ersten verzahnen kann.
Nachdem die erste Schicht druckfest angezogen ist, die zweite Schicht aufgezogen und eventuell mit der Kelle geglättet wurde, wird dann mit einem glatten Hartkeramikstein in kreisenden Bewegungen die Oberfläche verdichtet.
Wichtig hierbei ist der richtige Moment, der von unterschiedlichen Faktoren, wie Saugverhalten und Restfeuchtigkeit des Untergrundes, die Wassermenge im Tadelakt und
Witterungsverhältnisse abhängt.
Als Orientierung:
Der Tadelakt sollte beim Verdichten nicht mit dem Stein verschmieren, sondern die Oberfläche verreiben.
Da diese Technik Erfahrung benötigt, um den richtigen Zeitpunkt und Umgang mit dem Material zu kennen, empfehlen wir unseren Tadelaktworkshop.
Bei diesem Workshop lernen Sie auch mit schwierigeren Ecken und Rundungen umzugehen. Außerdem bieten wir die Möglichkeit, verschiedene kreative Techniken wie freskales Malen oder die Scraffitotechnik auszuprobieren.
Nach dem Verreiben bzw. Polieren der zweiten Schicht, wird mit einem weichen Pinsel
Glätteseife, bzw. wasserverdünnte Olivenölseife aufgetragen.
Nach einer kurzen Trocknungszeit wird die Oberfläche wieder mit dem Stein poliert.
Dieser Abschnitt ist entscheidend für den faszinierenden Glanz und die Hydrophobierung (wasserabweisend) des Tadelaktes.
Die Seife geht mit dem Kalk eine chemische Reaktion ein. Es bildet sich Kalkseife, die die
Oberfläche schmutz- und wasserabweisend macht.
Tadelakt ist diffusionsoffen, das heißt, das Material nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab.
Für den Nassbereich sollte das Tadelakt innerhalb der ersten drei Tage dreimal geseift werden.
Mit einem Ballen aus weichem Stoff, den man in eine farblose dünne Plastiktüte steckt,
lässt sich die aufgetragene Seife am zweiten oder dritten Tag wunderbar polieren.