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Außenfarben

Beispiel Kalkfarbe:
Im Gegensatz zu Dispersions- oder Leimfarben werden Kalkfarben wegen ihrer samtigen, fast durchsichtigen und unaufdringlichen Wirkung geschätzt. Sumpfkalkanstriche benötigen kein Bindemittel, da der Kalk sich auf geeigneten Untergründen chemisch festigt (Karbonatisierung). Kalkfarben können deshalb nur auf gut vorgenässten Kalkmörtelputzen, Zementmörtelputzen und Kalksandsteinwänden aufgetragen werden. Ideal ist es, wenn der Putz nicht älter als einige Monate ist. Auf alten Putzen, sowie auf Lehm verfestigt sich der Kalk nicht optimal, die Qualität des Anstriches ist minderwertig. Dennoch können auch hier Kalkanstriche gelingen, indem man entweder dem Lehmputz von vornherein etwas Marmormehl zusetzt oder ältere Putze zunächst mehrmals mit dünnflüssiger Kalkmilch grundiert. Bei der Verarbeitung von Sumpfkalk ist wegen der ätzenden Wirkung auf Schutzkleidung und Brille zu achten!

Rezept Kalkfarbe:
am besten 2 - 3 Jahre 'gesumpftem' Kalk (Sumpfkalk) in 60 - 70% Wasser lösen. Bei Bedarf können bis zu 10% Erdpigmente beigemischt werden ( viele Pflanzenpigmente zersetzen sich im stark alkalischen Milieu). Um die Wetterbeständigkeit zu erhöhen, können mit Borax aufgeschlossenes Kasein, oder Leinölfirnis (ca. 3-5 Eßlöffel auf 10 l) zugegeben werden. Auch eine Zugabe von 10% Weißzement verfestigt den Anstrich.

Beispiel Silikatfarbe (zweikomponentig):
Reine Silikatfarben ohne Dispersionsanteil werden auch Mineralfarben genannt. Eine glasige, wässrige Schmelze aus Kalium- und Natriumsilikaten (Schmelzen von Quarzsand mit Soda oder Pottasche), auch Wasserglas genannt ist das Bindemittel dieser Farben. Das Wasserglas verkieselt unter Lufteinwirkung auf mineralischen, quarzsandhaltigen Untergründen zu wetterfesten, wasserdampfdurchlässigen und oft Jahrzehnte haltbaren Anstrichen und ist besonders gut für Fassadenanstriche geeignet.
Beim Umgang mit Silikaten ist der stark alkalische pH-Wert (12) zu beachten. Schutzkleidung und &Brille sind unbedingt erforderlich. Benetzte Haut sofort mit viel Wasser abwaschen! 
Silikatfarben eignen sich praktisch für alle Putze mit Ausnahme von Gipsputzen. Auch Oberflächen aus organischen Material (z.B. Tapeten) sind ungeeignet. Besonders bei Außenanstrichen ist die Gleichmäßigkeit der Fläche nicht immer perfekt.

Rezept einkomponentige Silikatfarbe: 
Man verdünnt konzentriertes Kaliwasserglas 1:1 mit kalkfreiem Wasser. Die Pigmente (weiße und bunte Erden, Marmormehl, gemischt mit einem Drittel Anteil Quarzmehl, werden ebenfalls 1:1 mit Wasser eingesumpft. Beide Komponenten werden gut vermischt. Der Anstrichaufbau erfolgt von fett zu mager, das heißt für die Grundierung wird das Kaliwasserglas nur mit der halben Menge Wasser verdünnt. Die Farbe ist am gleichen Tag zu verbrauchen, oder unter Luftabschluss einige Tage haltbar.