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Naturdämmstoffe

Erläuterungen zu Flachs, Kork und Kokosfasern
 
Flachs:
Das Ausgangsmaterial für die industrielle Produktion von Dämmstoffplatten aus Flachs sind die bei der rein mechanischen Flachsaufbereitung anfallenden Kurzfasern. Zunächst werden in einer Vliesstoffkrempel aus den Kurzfasern Flore, das sind sehr dünne Faserbahnen, gebildet. Dafür laufen die Fasern zwischen Nadelwalzen hindurch und werden dort mechanisch verfilzt. Die einzelnen Bahnen werden zu verschieden starken Dämmplatten geschichtet, durch einen Naturkleber (Kartoffelstärke) miteinander verbunden und in handliche Formate zugeschnitten.
Das Ergebnis ist eine elastische und formstabile Dämmstoffplatte - besonders montagefreundlich, weil sie sich von geschulten, aber auch ungeübten Händen leicht verarbeiten lässt. Die Dämmplatten können einfach zwischen die Sparren geklemmt werden, ohne zu verrutschen. Und das von nur einer Person und unter völligem Verzicht auf Kunstfasern. Dämmstoffplatten müssen drei Gefahren ganz sicher abwehren: Feuer, Wasser und Schädlinge. Dämmstoff aus dem Flachshaus erfüllt diese Anforderungen auf ganz natürliche Weise, denn nur Borsalz und Kartoffelstärke werden den Flachsfasern zugesetzt. Beide Substanzen werden in verflüssigter Form während der Vliesbildung auf die Flachsfasern aufgebracht und bei der anschließenden Trocknung fest mit den Fasern verbunden. Auf diese Weise wird die Brandklasse B2 leicht erreicht.
Technische Sicherheit setzt bei Dämmstoffen ferner voraus, daß das Material auf die im Baubereich gefürchteten Einflüsse von Feuchtigkeit gut vorbereitet ist: hohe Luftfeuchtigkeit und Tauwasserausfall. Während synthetische Dämmstoffe gegen Feuchtigkeitseinwirkungen oft mit Dampfsperren und Chemikalien ausgerüstet sind, gehört Flachs zu den Stoffen mit hoher Hygroskopizität.
Darunter ist die Fähigkeit zu verstehen, Luftfeuchtigkeit aufzunehmen und wieder an die Umgebung abzugeben, wie z.B. bei Holz und Lehm. Diese natürliche Eigenschaft beugt Bauschäden vor und schafft ein behagliches Wohnklima. Der Einsatz von Borsalz schützt Dämmstoffe aus Flachs vor Schädlingsbefall und Schimmelpilz. Und gegen Motten schützt die Flachsfaser sich selbst, denn Motten bevorzugen tierische Fasern.
 
Kork:
Im Hochsommer wird in Portugal die Korkernte eingebracht. In großen Bahnen wird die Borke der Korkeiche geschält. Dann hat der Baum neun Jahre Ruhe, bis er erneut "geerntet" werden kann. So kommt es, dass Kork als natürlicher Rohstoff immer wieder nachwächst.
Die Zellen der Korkrinde bestehen aus 5-schichtigen Wänden, die eine Luftkammer umschließen. Der Luftanteil beträgt ca. 90 %; ein Kubikzentimeter Kork hat bis 40 Millionen Zellen. Trittkomfort ist das Stichwort. Am besten Sie machen einmal den Barfusstest. Sie werden sofort spüren, dass Ihr Schritt auf Kork leicht federnd wird. Ihr Fuß bleibt entspannt, fast wie auf einem weichen Waldfußboden. Gelenke und Wirbelsäule werden beim Gehen und Stehen auf Kork entlastet. Aufgrund des chemischen Aufbaus sind die Korkzellen undurchlässig für Flüssigkeiten und Gase. Die hohe Flexibilität der Zellwände verleiht dem Korkgewebe bemerkenswerte Eigenschaften, wie hohe Verdichtbarkeit und Elastizität, die sich besonders bei der Verwendung des Korks als Stöpsel sowie zur Wärme-, Schall- und Vibrationsisolierung positiv auswirken. 
Die Herstellung von Dämmkork benötigt nur eine geringe Menge an Fremdenergie, ist somit ein Beitrag zur Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts. Die herausragende Wärmeschutzisolation schafft unbegrenzte Möglichkeiten zur Wand-, Boden- und Dach- Dämmung. Das spricht für Kork zum Dämmen: 
 
» Kork ist ein nachwachsender Naturwerkstoff 
» Kork passt sich der natürlichen alten Bausubstanz an 
» Hervorragende Dämmeigenschaften 
» Keine Gesundheitsschädigung/geringer Energieverbrauch bei Verarbeitung 
» Keine lungengängige Feinstäube 
» Resistent gegen Schädlinge und Bakterien 
» Keine elektrostatische Aufladung 
» Diffusionsfähig 
» Ohne fremde Bindemittel garantiert "dampfgebacken" 
» Atmungsaktiv; Wärme- und schalldämmend
 
Kokosfasern:
Rohstoff sind die Fasern von Kokosnusshüllen, die meistens aus Indien oder Indonesien importiert werden. Der Rohstoff ist so lange vorrätig, wie Kokosnussbäume angebaut werden. Die Hüllen werden einem Fäulnisprozess ausgesetzt, bei dem nur die resistenten Fasern übrig bleiben. Diese werden anschließend gewaschen, getrocknet und zu Filzen, Matten oder Platten vernadelt. Zum Brandschutz werden sie mit Ammoniumsulfat imprägniert (B2, das allgemein als 'ungiftig' gilt. Typische Anwendungsgebiete sind Innendämmungen, Haustrennwände oder Fussbodenaufbauten, in denen gleichzeitig Wärme- und Trittschalldämmung erreicht werden soll. Sie können auch zur Abdichtung von Fensteranschlüssen in Form von Filzen verwendet werden. Kokosfasern sind feuchtebeständig. Das Material ist grundsätzlich wiederverwendbar oder auch als Bauschutt deponiefertig.